Welcome to the World of Graphic Design

Satz & Druck

Ja, Sie wissen, was ein Satz ist? 

 

Im Grafikdesign bezeichnet das Wort "Satz" das "Setzen" von Text- und Bildinhalten um eine Druckvorlage zu erhalten. "Setzen" stammt aus dem Bleisatz, in dem früher bewegliche Bleilettern zusammen "gesetzt" wurden, mit denen später gedruckt wurde. Satzarbeiten gehören auch heute noch zu den häufigsten Grafikarbeiten. Sie werden heute von Druckereien ebenso angeboten wie von Grafikbüros, denn die Grenze zur Gestaltung ist dabei fließend. 

 

Umfangreiche Satzarbeiten ergeben sich vor allem bei größeren Druckwerken, wie Büchern, Broschüren, Prospekten oder Jahresberichten. Dazu gehört der routinierte Umgang mit Schrift und Lesbarkeit ebenso wie eine gute Strukturierung des Inhalts. Bildmaterial kann den Text besser verständlich machen. Bei sehr umfangreichen Produkten kann eine Orientierungshilfe, wie eine Stanzung oder ein Farbsystem dem Leser nach Suchen & Finden erleichtern.

Bleisatz im Winkelhaken

Satz heute: auf dem Computer


Was macht eigentlich ein Grafiker? (2)

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Einfach gesagt: ein Grafiker gestaltet Zweidimensionales, also Flächiges. Das reicht von Werbebroschüren über Magazine bis hin zu Logos und Zeichnungen.

 

Die Anfänge des heutigen Grafikdesign reichen demnach in die Zeit von Zeichen und Höhlenmalereien. Das Gebiet ist sehr umfangreich: Zeichen und ihre Bedeutung gehören dazu. Der Umgang mit Schrift und Lesbarkeit. Zeichnungen und Illustrationen, die Texte unterstützen bis hin zu Leitsystemen und Orientierungshilfen in Ausstellungen. Verpackungsgestaltung. Logodesign und das Erscheinungsbild von Unternehmen. Und in jüngerer Zeit die Gestaltung von Bildschirminhalten. Die meisten Grafiker spezialisieren sich auf bestimmte Teilgebiete, wie Illustration, Werbegrafik oder Webdesign. 

 

Deswegen gibt es für das Berufsfeld auch verschiedene Bezeichnungen: MediengestalterIn, ScreendesignerIn oder WebdesignerIn. Weil der früher gängige Ausdruck "WerbegrafikerIn" zu eng gefasst war, hieß es später GrafikdesignerIn. Und weil Zeichen, Farben und Formen auch immer etwas aussagen, heißt es heute "KommunikationsdesignerIn".

 

Einiges haben jedoch alle gemeinsam: die Faszination für Visuelles, Farben, Bildwirkungen, Schriften. Und auch wenn heute zumeist am Bildschirm gearbeitet wird, wird neben iMacs und MacBooks bei Grafikern Papier und Bleistift hoch gehalten. Denn die Gesetze, die hinter funktionierenden Designs stehen, sind bei Bildschirmen und Papieren die gleichen.

Visuelle Trends 2018

Shutterstock.com
Shutterstock.com

Die Bildagentur Shutterstock hat ihre Suchanfragen für Trendprognosen 2018 ausgewertet – mit teils erstaunlichen Ergebnissen. (Trendreport bei Shutterstock)

 

So stiegen die Anfragen nach dem Begriff "Einhorn" um 297 Prozent, die Nachfragen nach "Meerjungfrau" um 145 Prozent an. Fantasy-Styles sind definitiv angesagt, was sich wohl auch in der Beliebtheit von TV-Serien wie "Game of Thrones" widerspiegelt. 

 

Der Trend geht auch zu einem neuen Minimalismus, der sich zum Beispiel in der Beliebtheit von Einlinienzeichnungen widerspiegelt (der Suchbegriff "durchgehende Linien" verzeichnete ein Wachstum von 432 Prozent!). Aber auch minimalistische Neon-Kompositionen sind angesagt. Ebenfalls gefragt sind Pastelltöne, die ins Bonbonfarbene spielen, der Begriff Aktivismus (Zuwachs 540 Prozent) und als Motiv der Kaktus.

 

Am stärksten legte im letzten Jahr bei Shutterstock allerdings der Suchbegriff "Arabeske" zu – um sagenhafte 8536 Prozent. Interessant ist auch der Überblick darüber, welche Suchbegriffe in welchen Ländern besonders beliebt sind. In Deutschland geht es dabei um Familienwerte, die Inder beschäftigt das Thema Nebel , die Kanadier mögen Vintage und die Koreaner florale Stickereien. In Russland wiederum wird besonders oft nach Marmor und Marmorstrukturen gesucht.  

Die Farbe des Jahres 2018

Und schon gibt es wieder eine Farbe des Jahres: 2018 soll Ultra Violet das Dekoration-, Interieur- und Modegeschehen beherrschen. Dramatik, Originalität, Einfallsreichtum und visionäres Denken sollen damit zum Ausdruck kommen. Vogue zufolge soll die Farbe Kreativität und Experimentierfreude fördern.

 

Das PANTONE-Institut hat Ultra Violet nach eingehender Markt- und Designbeobachtung als Trendfarbe des Jahres 2018 ausgewählt, die den aktuellen Zeitgeist widerspiegelt. Und in einem Interview mit Vogue berichtet Leatrice Eisemann:

 

„Ultra Violet kann, wie alle unsere Farben des Jahres, überall da verwendet werden, wo Farbe eine Rolle spielt. Das geht über Mode, Einrichtung und Design hinaus. Die Farbe des Jahres beeinflusst zum Beispiel genauso Eventplanung, Filme, Autos, Elektronik, sogar Lebensmittel, Getränke und Floristik. … Die Farben, die wir auswählen, sollen langlebig sein. Sie müssen also ihre grünen Teller und Kleidungsstücke nicht im nächsten Jahr wegwerfen! Tatsächlich sind Greenery und Ultra Violet eine auffällige und kühne Farbkombination in Mode und Design – eine meiner Lieblingskombinationen, da sie einen kreativen Mix an Farbtönen erlaubt.” (link)

Sag mal: Was machst du eigentlich?

Der Alltag in einem Grafikbüro

Zu den gängigsten Aufträgen eines Grafikdesigners gehört "Werbegrafik". Darunter fällt das Design von Foldern und Flyern, Prospekten, Rechnungsformularen, Visitenkarten, Transparenten, Websites, Inseraten, Autobeschriftungen oder auch Social Media-Seiten. Die Entwicklung von Logos ist genau genommen schon eine eng verzahnte Mischung aus Marketing und Grafikdesign.

 

Beim Event-Design werden alle sichtbaren Eventelemente, wie Eintrittskarten, Plakate, Staffausstattung, Bannerwerbung, Handstempel usw. in ein einheitliches Design zusammen geführt und die Veranstaltungen damit zu einer Art Marke. 

 

Gelegentlich werden Illustrationen benötigt. Das benötigt Zeit und ist somit teurer als fertiges Bildmaterial. Dennoch gibt es spannende Einsatzgebiete für Illustrationen: z.B. Bücher, Magazine oder Verpackungen oder auch für Darstellungen, die sich schwer fotografieren lassen (z.B. wissenschaftliche Illustrationen). 

 

Buchgestaltung oder Magazindesign sind Teil des Grafikdesigns; auch Verpackungsdesign ebenso wie "Informationsdesign". Dazu gehören Piktogramme oder Icons, Übersichtstafeln, Timelines ... also alles, wo komplexe Informationen übersichtlich visuell dargestellt werden sollen.

 

Meist wird auf Grafiksoftware und großen Bildschirmen gearbeitet. Aber vor der Umsetzung am Computer stehen ganz traditionelle Handskizzen mit Papier und Bleistift. Und wie der Arbeitsalltag eines/r Grafikers/in genau aussieht, erzähle ich dann bei der nächsten Gelegenheit.